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18.03.2017

Amtliche Bekanntmachung: Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Aufstallung des Geflügels in Risikogebieten

Seit 11. November 2016 ist Geflügel im gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in geschlossenen Ställen bzw. in Schutzvorrichtungen zu halten.

Aufgrund der veränderten Tierseuchensituation wird auf der Grundlage § 13 Geflügelpest-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Mai 2013 (BGBl. I S. 1212), geändert durch Verordnung vom 29. Juni 2016 (BGBl. I S. 1563), zuletzt geändert durch Verordnung vom 18. November 2016 (BAnz AT 18.11.2016 V1), unter Zugrundelegung einer Risikobeurteilung angeordnet:

1. Die Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung vom 11.11.2016 zur Haltung des gesamten Geflügels im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Ställen bzw. Schutzvorrichtungen wird aufgehoben.

2. In nachfolgend genannten Risikogebieten muss das Geflügel jedoch weiterhin in geschlossenen Ställen bzw. Schutzvorrichtungen gehalten werden. (siehe unten stehende Tabelle) Schutzvorrichtungen müssen aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen.

3. Ebenso muss Geflügel in Haltungen mit mehr als 1000 Stück Geflügel weiterhin in Ställen oder Schutzvorrichtungen entsprechend Nr. 2 gehalten werden.

4. Auflagen zur Haltung von Geflügel in nicht mehr von der Aufstallungsanordnung betroffenen Gebieten:

 • Es ist sicherzustellen, dass ein Kontakt der Hausgeflügelbestände zum Wildvogelbestand unterbunden wird. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Futter- und Wasserstellen des Hausgeflügels nicht im Freien aufgestellt werden.
• Wassergeflügel darf keinen Zugang zu Gewässern, möglichen Überschwemmungsflächen oder anderem Oberflächenwasser haben. Überflutete Stellen oder andere Gewässerflächen sind sicher auszuzäunen.
• Es ist eine strikte Trennung zwischen Straßen- und Stallkleidung zu gewährleisten. Insbesondere ist für den Stall- und Pflegebereich eigenes Schuhzeug zu verwenden.
• Hunde und Katzen sind vom Geflügel und den Ställen fernzuhalten.
• Futter, Einstreu und alle Geräte zur Versorgung und Pflege der Geflügelbestände sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.
• Die Geflügelbestände sind täglich auf gesundheitliche Abweichungen und Todesfälle zu kontrollieren. Erkrankungen und gehäufte Todesfälle sind unverzüglich dem Veterinäramt zur Kenntnis zu geben: Tel.: 0395 – 57087-3290; 0395 – 57087-3182; 0395 – 57087-2271 Fax: 0395 – 57087-64390; Email: vla@lk-seenplatte.de Rufbereitschaft außerhalb der Dienstzeit: 0395 – 57087-8000
• Verendete Tierkörper sind sicherzustellen und nach Anweisung des Veterinäramtes zur Untersuchung einzusenden.
• Nach näherer Anweisung des Veterinäramtes sind ggf. virologische Stichprobenuntersuchungen zur Überwachung bestimmter Geflügelbestände durchführen zu lassen.
• Es ist ein hohes Maß an seuchenhygienischer Absicherung eines jeden Geflügelbestandes zu gewährleisten, insbesondere ist der Personenverkehr auf das für die Versorgung und Pflege des Bestandes notwendige Maß zu beschränken.
• Eine regelmäßige Schadnagerbekämpfung ist durchzuführen.

5. Die sofortige Vollziehung für Nr. 1. bis 4. wird angeordnet.

Risikogebiete mit weiterhin bestehender Aufstallpflicht: Übersicht und Karte

Hinweis: Ausnahmen für Geflügelhaltungen mit mehr als 1000 Tieren gem. Nr. 3 können auf begrün-deten Antrag erteilt werden.

Die Allgemeinverfügung ergeht unter dem Widerrufsvorbehalt gemäß § 36 Abs. 2 Nr. 3 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. Januar 2003 (BGBl. I S. 102), das zuletzt durch Artikel 20 des Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1679) geändert worden ist und kann insbesondere dann widerrufen werden, wenn durch eine Risikobewertung nach Maßgabe des Absatzes 2 des § 13 Geflügelpest-Verordnung festgestellt wurde, dass die Aufstallung des Geflügels in den oben genannten Landesgebieten nicht mehr erforderlich ist oder sich die Tierseuchenlage verändert hat.

Die Allgemeinverfügung mit Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung kann während der Dienstzeiten im Veterinäramt, 17033 Neubrandenburg, Gartenstraße 17 eingesehen werden. Sie tritt am 18. März 2017 in Kraft.

Heiko Kärger
Landrat

Anlage Übersicht Risikogebiete und Kartenauszug