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23.03.2017

Campus für junge Ausländer bewährt sich

Am 21.03.2017 hat die Integrationsbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dagmar Kaselitz, den Campus „Leben und Lernen“ in Neubrandenburg besucht. Den Campus hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte seit dem 1. Januar 2016 eingerichtet, um minderjährige unbegleitete Ausländer zu betreuen, auszubilden und zu integrieren. Ob und wie das gelingt, davon wollte sich Dagmar Kaselitz selbst ein Bild machen.

Sozialdezernent Michael Löffler hatte zu dem Termin Vertreter der drei beteiligten Träger der Einrichtung – AWO Stadtverband, AWO Vielfalt und Arbeitersamariterbund – und Vertreter der Beruflichen Schule, des Jugendamtes sowie weitere Netzwerkpartner eingeladen.

„Entgegen einiger anfänglicher Bedenken gegenüber dem Campus können wir eine positive Bilanz ziehen“, sagte der Dezernent. Die Berufliche Schule ist sozusagen vor der Haustür. Die jungen Ausländer können direkt am gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben der anderen Auszubildenden teilnehmen. So lernen sie sehr schnell die Tagesstrukturen und finden Kontakte zu einheimischen Gleichaltrigen.

Vor allem sind sie sehr motiviert, berichteten die Betreuer. Sie bringen ihre Fähigkeiten und Begabungen in das Leben am Campus und in Schule und Freizeit ein. Alle werden eine Berufsreife erlangen können, einige besuchen inzwischen auch gymnasiale Schulen der Stadt Neubrandenburg.

Zurzeit werden im AWO Stadtverband 14, in der AWO Vielfalt 12 und im Arbeitersamariterbund 17 Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten, wie beispielsweise aus Syrien, Gambia, Afghanistan, Sierra Leone betreut.

Die Integrationsbeauftragte freute sich besonders darüber, dass zwei Siebzehnjährige aus Syrien und Albanien an der Gesprächsrunde teilnahmen. Xhelal aus Albanien strebt eine Ausbildung zum Teilezurichter an. Er ist aktiver Fußballer und spielt in der A-Jugend des 1. FC Neubrandenburg 04. Raed aus Syrien möchte einmal studieren. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich gern Gitarre. Beide Jugendliche fühlen sich in Neubrandenburg und im Campus sehr wohl. Xhelal möchte am liebsten in Deutschland bleiben. Raed hingegen reagierte auf die Frage von Dagmar Kaselitz, wo er sich sein künftiges Leben vorstelle, nicht sicher. Das wird von der Entwicklung in seiner Heimat Syrien abhängen, antwortete er. Aber in jedem Fall möchte er die Zeit intensiv nutzen, um in seiner Entwicklung voran zu kommen.

Positiv wurden seitens der anwesenden Träger auch die Zusammenarbeit und die Nutzung gegenseitiger Ressourcen beschrieben. So wurden beispielsweise Jugendliche der Einrichtung des Arbeitersamariterbundes vom Migrationsdienst der AWO stundenweise beschult als die Schulklassen vorübergehend zu stark besetzt waren.

Die Integrationsbeauftragte war sichtlich beeindruckt: „Dieser Campus ist ein sehr gutes Projekt, in dem die Integration von unbegleiteten minderjährigen Ausländern funktioniert. Ich wünsche dem Landkreis und den Trägern weiterhin viel Erfolg und den jungen Menschen, die hier ausgebildet werden, alles Gute für ihre Zukunft“, sagte Dagmar Kaselitz.