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Alleen- und Baumschutz

Bevor Sie einen Baum fällen, lesen Sie hier nach und beachten bitte Folgendes:

Bäume können entweder durch das Naturschutzgesetz für Mecklenburg-Vorpommern oder durch die Baumschutzsatzung einer Gemeinde unter besonderen Schutz gestellt sein. Daher ist es ratsam sich zunächst zu informieren, ob eine Genehmigung erforderlich und daher ein Antrag zu stellen ist. Ein Antrag kann mittels diesem Formular aber auch formlos gestellt werden. Wichtig sind Mindestangaben zur Baumart, zum Stammumfang und zum Standort (Lage und Grundstücksbezeichnung). Anträge nach den §§ 18 und19 NatSchAG M-V sind notwendig, wenn die Fällung nicht mit anderen genehmigungsbedürftigen Vorgängen oder Maßnahmen wie z. B. mit einem Bauantrag im Zusammenhang steht.

Baumfällantrag online

Rechtsgrundlage

Hier zum Nachlesen Auszüge aus dem Gesetzestext:

Gesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes (Naturschutzausführungsgesetz-NatSchAG M-V)

§ 18 Gesetzlich geschützte Bäume 

  1. Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 100 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von 1,30 Metern über dem Erdboden, sind gesetzlich geschützt. Dies gilt nicht für

    1. Bäume in Hausgärten, mit Ausnahme von Eichen, Ulmen, Platanen, Linden und Buchen,

    2. Obstbäume, mit Ausnahme von Walnuss und Esskastanie, 

    3. Pappeln im Innenbereich, Bäume in Kleingartenanlagen im Sinne des Kleingartenrechts,

    4. Wald im Sinne des Forstrechts, Bäume in denkmalgeschützten Parkanlagen, sofern zwischen der unteren Naturschutzbehörde und der zuständigen Denkmalschutzbehörde einvernehmlich ein Konzept zur Pflege, Erhaltung und Entwicklung des Parkbaumbestands erstellt wurde.

  2. Die Beseitigung geschützter Bäume sowie alle Handlungen, die zu ihrer Zerstörung, Beschädigung oder erheblichen Beeinträchtigung führen können, sind verboten. Zulässig bleiben fachgerechte Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben oder Sachen von bedeutendem Wert. 

  3. Die Naturschutzbehörde hat von den Verboten des Absatzes 2 Ausnahmen zuzulassen, 

    wenn ein nach sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften zulässiges Vorhaben sonst nicht oder nur unter unzumutbaren Beschränkungen verwirklicht werden kann,

    von dem Baum Gefahren oder unzumutbare Nachteile ausgehen, die nicht auf andere Weise mit zumutbarem Aufwand beseitigt werden können oder

    Bäume im Interesse der Erhaltung und Entwicklung anderer gesetzlich geschützter Bäume entfernt werden müssen.
    § 15 Abs. 2 und 6 des Bundesnaturschutzgesetzes gelten entsprechend.

§ 19 Schutz der Alleen
 
1. Alleen und einseitige Baumreihen an öffentlichen oder privaten Verkehrsflächen und Feldwegen sind gesetzlich geschützt. Die Beseitigung von Alleen oder einseitigen Baumreihen sowie alle Handlungen, die zu deren Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Veränderung führen können, sind verboten. Dies gilt nicht für die Pflege und Rekultivierung vorhandener Garten- und Parkanlagen entsprechend dem Denkmalschutzrecht.
 
2. Die Naturschutzbehörde kann Befreiungen unter den Voraussetzungen des § 67 Absatz 1 und 3 des Bundesnaturschutzgesetzes erteilen. Bei Befreiungen aus Gründen der Verkehrssicherheit liegen Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses in der Regel erst dann vor, wenn die Maßnahme aus Gründen der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich ist und die Verkehrssicherheit nicht auf andere Weise verbessert werden kann. Der Träger der Straßenbaulast hat die notwendige Unterhaltung in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde vorzunehmen.

3. Um den Alleenbestand nachhaltig zu sichern, hat die zuständige Behörde, insbesondere im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Neuanpflanzungen vorzunehmen oder für deren Durchführung zu sorgen. Dabei sind bevorzugt standortgerechte und einheimische Baumarten einschließlich einheimischer Wildobstbaumarten zu verwenden. Die Neuanpflanzungen sind dem Landschaftsbild anzupassen und sollen gleichzeitig einen Bezug zur örtlichen Landeskultur haben.

Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG)

§ 39 (5) (Auszug)
Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.

Baumschutzkompensationserlass vom 15. Oktober 2007 (Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern 2007, Nr. 44 S. 530)

Gebühren

Nach dem o. g. Erlass besteht die Pflicht, den notwendigen Ausgleich durch Pflanzung im Verhältnis von mindestens 1:1 zu erbringen. Bei darüber hinausgehenden Ausgleichsverpflichtungen besteht auch die Möglichkeit einer entsprechenden Ausgleichszahlung.

Gebühren
Die Gebühren für Naturschutzgenehmigungen richten sich nach dem Verwaltungskostengesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landesverwaltungskostengesetz – VwKostG M-V) in der jeweils gültigen Fassung in Verbindung mit der Kostenverordnung für Amtshandlungen beim Vollzug der Naturschutzgesetze (Naturschutzkostenverordnung – NatSchKostVO M-V) in der jeweils gültigen Fassung.